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Gedenkstättenfahrten Georg Liebich

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Mein Name ist Georg Liebich, geboren wurde ich im Mai 1959 in Gladbeck. Seit Mai 1990 bin ich Mitarbeiter bei der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Münsterland/Recklinghausen und hier als Diplom-Sozialarbeiter und Teamleiter in der Ambulanten Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen tätig.

 

Begegnung mit Zeitzeugen

„Ich komme immer wieder zurück an den Ort, wo ich so viel Leid erleben musste. Es ist meine Verantwortung und Aufgabe Euch darüber zu informieren, welche Verbrechen die Faschisten hier begangen haben. Ihr tragt keine Schuld für die Ermordung dieser vielen Menschen, ihr müsst jedoch alle mithelfen, dass sich diese Zeiten des Terrors nicht wiederholen! Das ist Eure Verantwortung.“ (Wolfgang Szepansky)

Die Begegnung mit dem Zeitzeugen Wolfgang Szepansky in der Gedenkstätte Sachsenhausen vor genau 27 Jahren hat mich tief bewegt. Seine Bitte und Aufforderung an die Teilnehmer*innen meiner ersten Gedenkstättenfahrt, Verantwortung zu übernehmen, ist mir bis zum heutigen Zeitpunkt noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Ich habe mich nach dieser sehr emotionalen Erfahrung dazu entschlossen meinen Beitrag zu leisten. Ich will mithelfen, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten, und dem damit verbundenen Leid vieler Menschen, nicht in Vergessenheit geraten.

Gedenkstättenfahrten nach Berlin und Israel

Seit 1992 bzw. 2013 organisiere ich ehrenamtlich alljährlich für die Arbeiterwohlfahrt UB Münsterland-Recklinghausen Gedenkstättenfahrten für Jugendliche und Erwachsene nach Berlin und Israel. Mit diesen Fahrten möchte ich insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit anbieten, sich an historischen Orten, Museen und Gedenkstätten intensiver mit den menschenverachtenden Ideologien der Nationalsozialisten und den damit verbundenen Lebens- und Leidensgeschichten von Holocaust-Überlebenden zu befassen.

Ein wichtiger Aspekt der Gedenkstättenfahrten ist daher, die Jugendlichen aktiv an der Gestaltung der einzelnen Programmpunkte zu beteiligen. So werden vor jeder Fahrt Arbeitsgruppen gebildet, die die Informationen und Ergebnisse der jeweiligen Gespräche in Wort und Bild dokumentieren. Daraus erfolgt eine Zusammenfassung zu einer Dokumentationsmappe, welche anschließend den Zeitzeug*innen, Referent*innen und Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt wird.

Jüdisches Museum Berlin

Gedenkstätte Yad Vashem Jerusalem

Gedenkstätte Wannsee-Konferenz

Zeitzeuge Saul Oren in Yad Vashem

 

 

 

 

 

 

Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist eine sehr intensive und emotionale Erfahrung. Insbesondere die Zeitzeugengespräche, aber auch die Workshops in Yad Vashem  und in der Archivabteilung des Jüdischen Museums von Berlin sowie die Gespräche mit den Historiker*innen und Referent*innen der jeweiligen Gedenkstätten tragen jedoch mit dazu bei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkstättenfahrten Geschichte persönlich erfahren können, was wiederum den Zugang zu dieser schwer zu verstehenden Zeit doch etwas „leichter“ macht.

Die Gedenkstättenfahrten sind auch ein Versuch, die Jugendlichen in ihrem Bewusstsein für Ungerechtigkeiten gegenüber anderen Menschen zu fördern. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit soll sensibilisieren für gesellschaftspolitische Vorgänge in der Gegenwart; Ihr Interesse hierfür soll gestärkt und unterstützt werden, um somit ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus und für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft zu setzen.